Sport-Fitness-Bücher : No Limit: Wieviel Doping verträgt die Gesellschaft

No Limit: Wieviel Doping verträgt die Gesellschaft

EUR 17,90


No Limit – der Titel ist Programm - Da können Olympiafunktionäre vom Schlage eines Thomas Bach oder die Sportredakteure der FAZ sich noch so abstrampeln (man muss ja auch seine Existenzberechtigung nachweisen): Dieses Buch ist ein einziges Plädoyer für die Freigabe jeder Form von Doping im Sport. Auch wenn die Autorin Ines Geipel, selbst Hochleistungssportlerin und Doping-Geschädigte, sicher etwas ganz anderes damit bezweckt hat. Es beginnt eigentlich eher harmlos, mit der Zusammenstellung von bekannten Fakten aus der Welt der Leichtathleten und der Radszene. Schockierend bleibt, zu welchen Experimenten am eigenen Körper die Menschen bereit sind. Geipel spannt den Bogen weiter, über die Pharmazie hinaus, bis zum Gendoping und den absehbaren Möglichkeiten der technischen Aufrüstung des Körpers. Es ist sicher statthaft, wenn der Südafrikaner Pistorius versucht, mit zwei Unterschenkelprothesen die Olympianorm für Peking über die 400 Meter zu schaffen. Die Beine wurden im als Kind amputiert. Aber wie lange wird es dauern, sollte er Erfolg haben, wenn sich Menschen vorsätzlich natürliche Gliedmaßen durch künstliche, bessere ersetzen lassen? Bis sich Diskuswerfer die Spannweite der Arme verlängern oder Hammerwerfer mit Stahlsehnen die Haltekraft ihrer Finger steigern lassen? Der Mensch tut, was möglich ist. Und was heute nicht möglich ist, wird er morgen möglich machen. Gerade im Sport. Das Zeitalter der Cyborgs hat längst begonnen. Anabolika und Epo waren nur der Anfang. Insofern ist der Titel Programm: No Limit! (siehe dazu auch „Gendoping“ unter www.nakott.de)Jürgen Nakott

Unglaublich - Ernüchternd, erschreckend, abstoßend. Diese Begriffe beschreiben hinreichend, was die Autorin mit ihren Worten schildert. Ein zugleich faszinierendes Buch, dass uns vor Augen führt, was wir nicht sehen oder sehen wollen. Leistungsgesellschaft zwingt zu Leistungen, mit welchen Mitteln auch immer. Gerade vor Olympia zeigt Frau Geipel, die selbst Opfer war, dass der Sumpf nicht trocken zu legen ist. Die Autorin schreibt ohne dabei übertrieben moralisierend oder besserwisserisch zu wirken. Manchmal scheinen die Interviews Längen zu haben, aber sie vermitteln ein Bild, ein deutliches, sehr deutliches. Ein Buch das man lesen sollte auch und gerade, weil die wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und machtpolitischen Hintergründe des Dopings gut verständlich dargestellt werden.




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